3 wertschätzende Ideen zum Einstieg
Einstiegsrituale
In diesem Beitrag möchte ich dir drei unkomplizierte, aber wertschätzende Ideen vorstellen, die du mit deinen Kinder zum Einstieg in ein Schuljahr oder auch als regelmäßigen Stundeneinstieg, z.B. am Montag nach dem Wochenende nutzen kannst.
1. Gefühlssteine und persönliche Begrüßung
Dieses Einstiegsritual habe ich sehr gerne in meinen Religionsgruppen genutzt. Es eignet sich aber auch gut für den Einstieg nach dem Wochenende. Im Kreis liegen um eine Kerze herum „Gefühlskarten“. Ich habe Karten mit Wettersymbolen gewählt, z.B. Regen (traurig), Sturm (wütend) usw. Jedes Kind bekommt einen Glasstein und darf ihn reihum auf eine Gefühlskarte legen. Wer möchte, kann sich dazu äußern. Wer nichts dazu sagen möchte oder auch keinen Stein legen möchte, kann das Wort weitergeben, indem er dem Kind neben sich leicht auf den Schenkel klopft.
Anschließend wird die Kerze ausgepustet. Die Kinder bleiben im Kreis, bis der Rauch der Kerze nicht mehr zu sehen ist. Dann gehen sie im Klassenzimmer umher. Wenn sich zwei Kinder begegnen, sagen sie sich einige wertschätzende Worte. Dies kann eine persönliche Begrüßung (Guten Morgen! Schön, dass du da bist!), ein Kompliment (Ich finde es gut, dass du …) oder auch ein Wunsch für die Woche oder den Tag sein (Ich wünsche dir heute …). Was man zu einem anderen Kind sagen kann, besprechen wir anfangs gemeinsam und auch Tafelkarten mit Satzanfängen unterstützen die Kinder dabei. Anfangs fühlt es sich für manche Kinder noch ungewohnt an. Nach einigen Durchgängen wird dies aber zu einem gewinnbringenden und ruhigen Begrüßungsritual.
Übrigens: Das Material und eine genaue Handreichung zu allen Einstiegsritualen findest du hier …
Kennenlernen, wohlfühlen, wertschätzen (erste Stunden, Rituale)
2. Steckbriefe als Einstiegsritual
Zu Beginn eines Schuljahres lasse ich die Kinder gerne Steckbriefe ausfüllen, um sie besser kennenzulernen. Die Steckbriefe kannst du natürlich ganz klassisch vorstellen lassen (freiwillig!) und aushängen. Ich möchte dir hier aber zwei weitere Einsatzmöglichkeiten vorstellen. Die ausgefüllten Steckbriefe kannst du einsammeln und verdeckt in einer Mappe ablegen. Zu Beginn einer Stunde wird ein Steckbrief verdeckt gezogen und ohne Namen vorgestellt. Dies kannst anfangs du selbst übernehmen. Später können auch Kinder die Steckbriefe vorstellen. Die Klasse hat dann die Aufgabe, zu erraten, wessen Steckbrief es ist. Eine weitere Möglichkeit, Steckbriefe in das Morgenritual zu integrieren, ist eine kurze Steckbriefrunde im Kreis. Die Kinder müssen dazu ihren eigenen Steckbrief gut kennen. Im Kreis gibst du das Steckbrieffeld vor, um das es heute geht, z.B. das Lieblingsessen. Das Kind, das startet, bekommt einen weichen Ball und nennt sein Lieblingsessen. Dann gibt es den Ball weiter (nicht reihum!). Haben alle Kinder ihr Lieblingsessen genannt, wird der Ball in der gleichen Reihenfolge rückwärts zurückgegeben, bis er wieder beim ersten Kind ankommt. Die Kinder müssen sich also die Reihenfolge, bzw. das Vorgängerkind gut merken. Dieses Ritual bringt Ruhe in die Klasse und du kannst im Anschluss entspannt in den Unterricht starten.
3. Superheldenkräfte
Was macht eigentlich einen Superheld zu einem Superheld? Na klar, er hat besondere Kräfte oder Fähigkeiten und genau diese hat jeder von uns ebenfalls. Du kannst mit deiner Klasse einige Dinge sammeln, die eine besondere Fähigkeit im Zusammenlaben darstellen, z.B. Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit, Fairness … Stelle sicher, dass deine Klasse für jedes Kind Superkräfte kennt, bzw. eine ausreichend große Ideensammlung erarbeitet wurde, auf die zurückgegriffen werden kann. Oftmals ist den Kindern einfach nicht bewusst, was eigentlich eine Superkraft ist, weil es als selbstverständlich angesehen wird. Anschließend bekommt jeder einen kleinen POW-Zettel. Diese kannst du den Kindern entweder mit Klebefilm auf den Rücken kleben oder die Zettel liegen am Platz der Kinder. Zu ruhiger Musik gehen die Kinder mit einem Stift umher und notieren die Superkräfte des Kindes auf den Zetteln. Du kannst dich natürlich auch daran beteiligen. Am Ende betrachtet jedes Kind seinen Zettel. Wer möchte, kann auch vorstellen, was darauf steht. Die Zettel bewahren wir gut auf (z.B. im Mäppchen, im Lerntagebuch …), denn sie können laufend ergänzt werden. Dies kann nach einer gewissen Zeit in einer zweiten Runde erfolgen oder auch spontan zwischendurch, wenn das Kind durch sein Verhalten auffiel, z.B. weil es einem anderen Kind geholfen hat, in einer schwierigen Situation nicht aufgegeben hat usw.